Vor dem Landgericht Berlin wird derzeit eine Klage gegen Bayer Schering verhandelt. Ein Grundschullehrer wirft dem Pharmakonzern vor, dessen Hormonpräparat „Duogynon“ sei schuld an seinen schweren Missbildungen.
Der behinderte Grundschullehrer André Sommer aus Bayern sieht sich aufgrund des Bayer-Präparats „Duogynon“ von Geburt an schwer geschädigt. Seine Mutter hatte das Arzneimittel während der Schwangerschaft eingenommen. Um seinen Verdacht zu bestätigen, verlangt der 34-Jährige nun Einblick in sämtliche Unterlagen zu dem Medikament. Sein Anwalt Jörg Heynemann vertritt rund 200 weitere potentielle Opfer des in den 50er bis 70er Jahren eingesetzten Mittels. Das sowohl als Schwangerschaftstest als auch zur Behandlung ausbleibender Monatsblutungen verabreichte Präparat soll neben Herzfehlern auch Wasserköpfe und viele weitere Missbildungen verursacht haben. 1975 hatte die Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft vor dem Mittel gewarnt, 1980 wurde die Produktion eingestellt. Bayer-Sprecher Oliver Renner wies die Vorwürfe jedoch entschieden von sich.